Donnerstag, 17. Januar 2008

High Noon

Baby Götterdämmerung, jetzt aber wirklich. Im Grunde gilt heute genau das selbe, was ich schon in jenem Text vorgestern ausbreitete. Was soll ich da jetzt noch gross hinzufügen? Fakt ist: morgen früh werde ich operiert, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Dem Vernehmen nach bin ich der erste auf der Liste und nur noch ein Notfall könnte nun noch in die Quere kommen. Nun kann ich mich nicht anders dazu äussern, als es ohnehin schon zu erwarten ist. Natürlich habe ich keine Lust auf das Ganze. Ich fürchte die Schmerzen und ich fürchte, vielleicht noch mehr, die Atemnot. Desweiteren ist mir der Gedanke zuwider, dass da irgendwelche Menschen in meinem Körper herumfuhrwerken werden. Vielleicht würde mir das ganze leichter fallen, wenn ich irgendwelche körperlichen Beschwerden hätte. Dem ist aber nicht so. Ich fühle mich vollkommen gesund. So wird es aus einer rein subjektiven Sicht so sein, dass man man einen agilen Menschen in einen Schlaf versetzt, aus dem dann ein Häufchen Elend wieder erwacht. Das alles ist scheinbar so sinnlos.

Aber was soll das Lamentieren bringen... Diesen Weg hat das Schicksal für mich vorgesehen und es ist müssig, nun das Für und Wider abzuwägen. Ab jetzt heisst es eben: Augen zu und durch.
(Allerdings werde ich die Augen erst schliessen, wenn ich wieder in meinem Zimmer bin. Sonst wird der Weg dahin allzu blessurenreich.)

P.S. Ich werde dafür sorgen, dass das Ergebnis der OP möglichst schnell an die Weltöffentlichkeit dringt. Schaut einfach mal hin und wieder in den Kommentarbereich dieses Posts. Ich selber werde mich dann wieder zu Wort melden, wenn ich wieder einigermassen auf den Beinen bin. Bis (hoffentlich) bald!

Mittwoch, 16. Januar 2008

Uppers & Downers

Gott, bin ich müde. Gestern hat man mir unaufgefordert eine Schlaftablette zukommen lassen, weil man annahm, die Angst vor dem heutigen Tag würde mich nicht schlafen lassen. Dem war zwar nicht so; leider jedoch habe ich die unheilvolle Tendenz, alles medikamentöse oder medikamentenähnliche erst einmal vorbehaltlos zu schnupfen, äh, zu schlucken. Und nachher (eventuell) noch einmal nachzufragen. So auch in diesem Fall. Und, was soll ich sagen, das Ding scheint immer noch zu wirken.

Gerade war ich erstmal beim Tengelmann, mich mit Red Bull eindecken. "Warum das?" werdet ihr nun fragen. Ich habe doch nüchtern zu bleiben. "Ja nun", antworte ich da, "leider stellt sich die Sache etwas anders dar." Leider, leider nämlich, wird das heute doch nichts. Aus zeitlichen Gründen. Und morgen auch nicht. Da mache man keine grösseren Operationen, warum auch immer. Aber am Freitag, ja freitags, da solle es dann wirklich soweit sein.

Tja, jetzt schlagt ruhig die Hände über den Kopf zusammen. Ich habe mir das, abgestumpft wie ich mittlerweile bin, schon lange abgewöhnt. Ich trinke lieber einen weiteren Red Bull. Der zeigt schon ganz gut Wirkung. Die Schwester staunte gerade nicht schlecht über meinen Puls von 135. Ach könnte doch Red Bull wirklich Flügel verleihen, wie es die Werbung verspricht... Lungenflügel, meine ich natürlich. Dann hätte sich meine Problem erledigt und ich wäre schon auf dem Weg nach Hause.

Dienstag, 15. Januar 2008

Baby Götterdämmerung

Ha, heute muss ich mir ganz besonders wenig Mühe geben, was die literarische Ausgestaltung meines Wortes zum Tage angeht. Ausnahmsweise muss ich diesmal nämlich nicht ein Nichts künstlich aufpumpen mit sprachspielerischen Sperenzchen. Denn: ich habe die Hammerneuigkeit. Oder "Hammäneuigkeit", wie man in Hessen sagen würde.

Morgen werde ich operiert. Und das zum letzten Mal. Nicht, weil ich danach tot sein werde, Gott bewahre!, sondern weil sich dann absolut keine Metastasen mehr in meinem Körper befinden sollten. Ein paar harte Fakten: ich bin der dritte auf der Operationsliste, weswegen sich das Warten auf die Operation bis in den Nachmittag hinziehen könnte. Bis dahin werde ich nüchtern bleiben müssen, was fürchterlich werden wird, keine Frage. Theoretisch könnte es zwar sein, dass die beiden vorherigen Operationen soviel Zeit in Anspruch nehmen, dass die ganze Sache doch noch auf den nächsten Tag verschoben wird, aber das wollen wir mal nicht hoffen. Tja... und danach werde ich noch so um die zehn Tage in der Klinik bleiben müssen; zwei Monate nach der OP wird ein Kontroll-CT gemacht, auf Basis dessen entschieden wird, wie am man am besten wegen der Nachsorge verfährt. Und das war es dann erstmal. Das war es dann für immer, wie ich hoffen will!

Hmm, irgendwie stimmt mich das alles ganz merkwürdig... Ich bin zu uninspiriert um angemessene Worte zu finden. Aber ich melde mich morgen noch einmal zu Wort, kurz bevor es losgeht. Bis dahin versuche ich, noch ein paar bedeutungsschwangere Sätze zu sammeln. Auf dass euch die Tränen in die Augen getrieben werden.

So, und jetzt muss ich auf meine Zimmer, eine ganze Packung Hanuta essen, bevor es acht Uhr ist. Ab dann ist mir das Essen verboten. Mir armem Teufel...

Montag, 14. Januar 2008

Newsticker

Viel zu berichten gibt es nicht. Deswegen berichte ich nur, dass es auch weiterhin nichts zu berichten gibt.

Puh, jetzt bin ich selber ein wenig verwirrt... Also, worauf will ich hinaus... Ach ja, ich wollte lediglich mitteilen, dass ich morgen nicht operiert werde. Ein genauer Termin wurde mir noch nicht genannt, aber morgen bleibe ich definitiv unversehrt. Soviel kann ich sagen.

Ich dachte bloss, diese Info sei wichtig. Nicht, dass mir jemand umsonst die Daumen drückt.

Samstag, 12. Januar 2008

Plattform

Seitdem ich hier bin, verhält mein Körper sich merkwürdig. Obwohl ich bisher in keinerlei Hinsicht behandelt worden, ist mein Blutdruck viel zu niedrig. Oft werde ich aus dem Nichts von Müdigkeitszuständen übermannt, obwohl ich doch immer auf ausreichenden Schlaf achte. Ein wenig bereitet mir dies Sorge. Leidgeprüft wie ich bin, warte ich jeden Tag auf die nächste Hiobsbotschaft. Darauf, dass man mir weitere Funde in meinem Körper mitteilt. Auf die Nachricht, dass ich des Todes sei.

Nach kurzem Nachdenken: Uff, was schreibe ich da eigentlich?! Und vor allem: wie schreibe ich es?! Ganz offensichtlich habe ich zu ausgiebig "Die Möglichkeit einer Insel" gelesen. Ein ganz und gar faszinierender Roman. Ein tolles Buch! Es gibt erbaulichere Kliniklektüre... Na ja, was ich eigentlich nur eben mitteilen will: der Arzt sprach heute unter Vorbehalt von Dienstag oder Mittwoch als möglichem Operationstag. Wollte ich nur mal gesagt haben...

Vielleicht suchte ich auch nur nach einer Gelegenheit, mal das Zimmer zu verlassen. Dieses Internetportal ist vielleicht nicht das Wahre, aber zumindest bietet sich hier für mich eine kleine, zeitweilige Fluchtmöglichkeit. Die Möglichkeit einer Insel eben.

Au revoir...

Freitag, 11. Januar 2008

Was läuft? Das läuft:

So, nun stehe ich also hier - was an sich schon eine Meldung wert ist, weil ich sehr bald schon flachliegen werde - wieder am beschissenen Computerterminal, um meine gar nicht so beschissenen Gedanken trotz weher Füsse in eine einigermassen ansprechende Form zu bringen. Okee, also auf geht's...

Öhm...

Also, die Klinik ist weiterhin gar nicht so schlecht. Das Städtchen Bad Nauheim ebenfalls nicht. Leider ist "gar nicht so schlecht" aber auch irgendwie verschwägert mit "langweilig", was dazu führt, dass ich mich zur Zeit hier auf recht hohem Niveau anöde. Ein kleines, unverhofftes Highlight war die gestrige Bronchialdingsbums, also, ich meine: diese eine Lungenuntersuchung. Ein Highlight deswegen, da man mich dafür mit irgendeinem Opiat betäubt hatte, was dazu führte, dass es mir beim Aufwachen dermassen spitzenmässig ging... Da fehlen mir die Worte. Nein, wirklich: mir fehlen tatsächlich die Worte. Soll heissen, ich weiss absolut nicht mehr, was ich in den zehn Minuten nach dem Erwachen so vor mich hingebrabbelt habe. Es muss steinerweichend gewesen sein. Eigentlich möchte ich dem Narkosearzt nicht wieder begegnen. Bestimmt hat er einen sehr verstörenden Einblick in meine Psyche gewonnen.

Ansonsten ist noch das tägliche Lungentraining erwähnenswert. Und dies vor allem, wegen meines extrem ambivalenten Verhältnisses hierzu. Äusserst positiv zu erwähnen ist, dass die Leiterin des Trainings... also die Trainerin... so dermassen hot ist, dass ich mich fast schon privilegiert fühle, Gast dieses Hauses zu sein. Leider haben auch meine Mitlungenkranken, fast alles müffelnde Rentner, bemerkt was uns da für ein steiler Zahn unterrichtet und überbieten sich gegenseitig mit altbackenen Witzchen, in der verzweifelten Hoffnung, sie könne irgendwie darauf anspringen. Ich hasse sie alle.

Apropos Hass: jemand sitzt mir gerade im Nacken, der auch gerne ans Terminal möchte. Dieser jemand stinkt erbärmlich. Muss.. den.. Eintrag... vorzeitig... abbrechen...

Over...

Mittwoch, 9. Januar 2008

Es wird noch nicht kritisch, aber politisch (ein bisschen)

So, nun bin ich also in der Klinik angekommen. Das heisst, ich habe nicht nur mein Zimmer bezogen, sondern auch (fast) alle Eingangsuntersuchungen hinter mich gebracht. Lediglich die Bronchioskopie fehlt noch. Das wird morgen früh erledigt werden.

Das Zimmer, das ich im Moment (allerdings nur vorübergehend) bewohne, hat übrigens keinen Internetanschluss. Deswegen blogge ich gerade von einer Art Terminal, das sich im Eingangsbereich befindet. Sehr merkwürdig, das. Hoffentlich habe ich in meinem eigentlichen Zimmer mehr Glück. Bald werde ich nämlich erstmal nicht mehr so mobil sein.

Dieses "Bald" lässt sich übrigens auf Anfang nächster Woche datieren. Bis dahin habe ich noch Schonfrist und obendrein das Privileg, die Metropole Bad Nauheim eingehend zu erkunden. Die Hessen machen übrigens einen durchweg netten Eindruck. Wenn alle Menschen in diesem Bundesland so grundgut sind, wie es in diesem Krankenhaus der Fall ist, wird Roland Koch ja sowas von abkacken. Sowas von! Der wird sich fühlen, als hätte man ihn durch fünf U-Bahnen geprügelt...

10...9... 8... 7... 6... usw.

Oh, es gibt ja wieder Anlass zu bloggen... Meine Güte, ist das ungewohnt alles... Eine halbe Stunde habe ich allein schon gebraucht, um den Laptop aufzuklappen. Na ja.

Apropos "klappen": Ich hoffe, mit meiner bevorstehenden Operation wird alles klappen. Für alle, die erst jetzt eingeschaltet haben: man wird mir Metastasen aus dem linken Lungenflügel operieren. Nervös bin ich und ängstlich und doch auch ein wenig froh, dass es jetzt wieder voran geht. Keine Ahnung, was mich erwartet, wie die Klinik sein wird und wie scheiße es mir bald schon geht. Ich werde bericht erstatten (lassen). Das in Klammern geschriebene Wort kommt zum Tragen, falls es dort keine Internet gibt, in dieser Spezialklinik, die ich ab morgen bzw. heute bewohnen werde.

So, dabei will es zunächst belassen. Es ist spät und morgen muss ich früh raus.

Denn: Der Countdown läuft. Man reiche mir eine Fanfare, damit ich eine glorreiche Melodie spielen kann. Und dann drücke man mir die Daumen. Tätärätääää.

Montag, 24. Dezember 2007

To save me from tears

Peter kann an Weihnachten nicht klagen
und zieht Veronika zu sich heran.
Er will sie heut', an Weihnachten, nicht schlagen.
Sie sehen sich ein Wrestling-Video an.

Der Herrgott macht sich fein, mit viel Pomade.
Jesus ärgert seinen alten Herrn.
Buddha wünscht sich heimlich Schokolade.
Mohammed mag Glühwein viel zu gern.

Und mir, mir ist ganz wunderlich zumute,
von Lebkuchen und 'Wham!' völlig verklebt.
Euch da draußen alles, alles Gute!
Frohes Fest! Auf dass ihr's überlebt.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Put the lights on the tree

Man stelle sich vor, man wäre so eine Art Auslandskorrespondent. Man habe die Aufgabe, regelmäßig über aktuelle Entwicklungen aus... sagen wir mal... Island zu berichten. Und dann: passiert einfach nichts, absolut nichts, über Wochen und Monate hinweg! Ziemlich doof stünde man dann da. Sicher, das Beispiel ist ziemlich herbeikonstruiert. Schließlich weiß ja jeder, dass in Island der Bär steppt. Leider ist mir nur kein besseres Bild eingefallen, um zu verdeutlichen, wie es mir gerade ergeht. Es ist nichts los im Staate Hodenkrebs.

Ich sollte mich nun freuen und mein Blog mit Vergnügen veröden lassen. Nur leider ist es ja nun auch nicht so, dass ich bereits alles hinter mir hätte. Ich hänge bloß in der Luft, kann nichts neues beginnen und muss einfach abwarten, bis es dann im nächsten Jahr mal weitergeht. Die freie Zeit, über die ich mich zunächst so gefreut hatte, kann ich nicht genießen, weil ich im Grunde doch gar keine freie Zeit haben möchte. Erfüllte Zeit möchte ich haben, randvoll mit guten, normalen Dingen. Jetzt, bei diesem erzwungenen Herumgehänge merke ich nur umso deutlicher, wie sehr es mich aus der Welt katapultiert hat. Ich stehe am Rand, könnte man sagen. Oder besser: ich schwebe in einem anderen Universum.

Womit ich den Leser auch schon wieder herauskatapultieren möchte aus diesen düsteren Gedankengängen. Es ist schließlich bald Weihnachten. Dies ist auch der Grund, warum ich diesen Eintrag nicht wie üblich aus dem Chaosgebirge meiner Wohnung in die Welt sende. Nein, seit heute bin ich bei meinen Eltern, wo sogar die Luft schön eingerichtet ist, mit angenehmen Düften. Die Luft zu Hause ist da eher ziemlich verwüstet.

Wüst ist auch mein Hirn dieser Tage. Wüst und leer, wie die Welt, bevor Gott sie bevölkerte. Vielleicht denkt ja der ein oder andere mal an den alten Herrn dieser Tage. Ich hingegen werde zu vollgestopft mit Atheismus und allerlei Fettigem sein. Bis bald dann!

Schnell macht sich der Protagonist aus dem Staub, um sich hinter dem nächsten Gebüsch für diesen Eintrag zu schämen. Er überlegt kurz, dann rennt er noch einmal zum PC zurück und tippt ein:

P.S. Morgen gibt's als kleines Geschenk für die treuen Leser ein Weihnachtsgedicht von mir.

Und wieder macht er sich aus dem Staub...

Dieser gefallsüchtige Schleimer...

Montag, 17. Dezember 2007

Ideenknallfrosch

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh. Sorry, dass ich hier so herumbrülle, aber ich bin ja so wahnsinnig aufgedreht... Das kommt eben davon, wenn man den ganzen Tag nur Energydrinks säuft und die daraus gewonnene Energy nicht mit Activities, äh, Aktivitäten abbaut. Nee, nee, aktiv war ich wirklich nicht. Nur auf der Couch herumgehangen habe ich. Filme geglotzt und nichts weiter. Könnte mein Ich von vor ein paar Wochen, das im Krankenhaus darbt und so gerne über grüne Wiesen tollte, mich jetzt sehen... es würde mich sicher durch die unaufgeräumte Wohnung prügeln, wäre es nicht viel zu schwach für soetwas.

Leider könnte ich dann auch nicht zu meiner Verteidigung anbringen, dass ich ja immerhin fleißig mein Blog führe. Auch hier kann ich nicht produktiver tätig sein, wo ich doch nichts erlebe dieser Tage. Wie die Überschrift schon verhieß: das erhoffte Ideenfeuerwerk bleibt aus.

Vielleicht jedoch wird das ab morgen alles anders... Vielleicht ist morgen der Beginn eines rastlosen Abenteurerlebens... Und ich fange damit an, indem ich...

...ohne Winterjacke vor die Türe gehe!

Freitag, 14. Dezember 2007

Ta-Dah!

Hey, wow, hier bin ich ja schon wieder! Wie gehe ich denn ab, plötzlich?!

Also, es ist nämlich so: ich komme gerade aus dem Badezimmer, das ja ein wahnsinnig toller Ort zum Grübeln und Sinnieren ist. Und eben bei jenen Tätigkeiten fiel mir doch siedend heiß ein, dass ich bei meinem letzten Eintrag ein Paar (sic!) Informationen schuldig geblieben bin. Nämlich: 1. wo bin ich eigentlich gerade? und 2. wann werden eigentlich diese ominösen Operationen getätigt?

Da können nur knallharte Fakten, Fakten, Fakten Abhilfe schaffen. Also: ich bin gerade zu Hause. Falls mich also jemande besuchen möchte: ich wohne in dem gelben Haus in der Nähe von dem einen Kaisers-Supermarkt.

Zweitens: ich muss erst am 9. Januar wieder ins Krankenhaus. Bis darf ich leben wie! es! normale! Menschen! tun! Mich vollstopfen (--> Weihnachten)! Abstürzen (-->Silvester)! Nehmt eine Pinsel und... na ja, ich wisst ja...

So, das soll es dann auch gewesen sein für heute. Ich bin nämlich fürchterlich müde und würde es doch gerne verhindern, dass ich über der Tastatur einpennjsklddkvnm, f bjnfknvvvvvvdbbbxyvlkö.-n,vn,mxnvyhd<.cm, xcmbvx.bncvmn,vmc,n mncjkshdsha

Montag, 10. Dezember 2007

Ich - wie es wirklich war

"So, hier bin ich wieder..." - Mit diesem unverfänglichen Satz würde ich gerne wieder ins Bloggen einsteigen, nachdem ich einige Zeit nichts geschrieben habe. Schließlich fühlte sich diese Zeit für mich wahnsinnig kurz an; nach kaum mehr als einem kurzen Blinzeln. Leider weiß ich aber auch, dass es eine gefühlte Ewigkeit gewesen sein muss für diejenigen, die mich hier schon einige Zeit begleiten und sich sicher um mich gesorgt haben. Diesen lieben Menschen will ich sagen, dass es mir leid tut. Ab jetzt schreibe ich wieder regelmäßig. Sonst möge mir der Himmel auf den Kopf fallen.

Nun gut, wir ihr sicher schon festgestellt habt, bin ich noch am Leben. Auch wenn dieses Leben in der letzten Zeit zu einem großen Teil kein schönes gewesen ist. Leider hat die Chemo, die verdammte, strapaziöse Chemo, nicht richtig angeschlagen. Zwar sind alle Metastasen bis auf eine, zum Stillstand gekommen. Verkleinert hat sich jedoch nichts. Genau das hat man allerdings erwartet. Erhofft. Diese Hoffnung ist zerplatzt.

Nun hat man für mich entschieden, dass die ganze Sache operativ gekärt werden soll. Und hier nimmt mein bis jetzt so deprimierender Comeback-Eintrag eine Wendung zum besseren. Vor ein paar Tagen nämlich bin ich in einer Spezialklinik in Wiesbaden gewesen, um die erste der zwei geplanten Operationen zu besprechen. Es geht darum, Metastasen aus der Lunge zu entfernen. Und die beiden Ärzte, mit denen ich mich dort unterhielt, stellten das ganze so dar, als ob die Operation, mal ganz salopp ausgedrückt, "ein Klacks" werden wird. Man habe schon viel schwieriger Fälle auf dem OP-Tisch gehabt.

Seitdem bin ich verhalten froh, aber auch verwirrt. Ich frage mich, warum man mich so lange gequält hat. Warum ich nicht sofort operiert wurde. Ich schwanke zwischen zweierlei Zweifel. Erstens frage ich mich, ob die Ärzte bisher immer die richtigen Entscheidungen für mich getroffen haben. Zweitens kann ich nicht recht glauben, dass dieses tonnenschwere Problem, das ich schon so lange mit mir herumschleppe, wirklich so verhältnismäßig leicht gelöst werden kann. Sicher ist jedenfalls, dass ich erst richtig aufatmen werde, wenn man diese Scheiße vollständig entfernt hat aus meinem Körper.

Montag, 26. November 2007

Thriller

Ach ja, was ich noch sagen wollte: seit Samstag halte ich mich wieder zu Hause auf. Ja, mein böses Blut hat mitgespielt. Man ließ mich gehen.

Nun lasse ich mich gehen und nehme so viel Kalorienreiches auf, wie es mein Magen verkraftet. Ich habe übel abgenommen und brauche doch noch ein gewisses Polster, um den letzten Zyklus zu überstehen.

Falls ich denn den nächsten Zyklus werde durchlaufen können. Ich würde mich ungeheuer freuen darüber. Ja, tatsächlich. Jeden Tropfen Gift hieße ich herzlich willkommen in meiner Blutbahn. Jeder ausgekotzten Mahlzeit winkte ich freundlich hinterher. Denn...

Es wird tatsächlich bald schon spannend. Morgen werde ich zur Uniklinik fahren, um dort ein CT machen zu lassen. Man will sehen, ob sie etwas gebracht haben, die Strapazen. Und nur dann wird man weitermachen, wie bisher. Am Mittwoch oder am Donnerstag wird man mir die Ergebnisse mitteilen. Ich werde sterben vor Todesangst. Dies täte ich jetzt schon, wäre meine Psyche nicht so ein mächtiger Verdrängungsapparat.

An Erholung ist natürlich trotzdem nicht zu denken. Alles ist nun überschattet. Die Seele ist eine dumme Pottsau, wie Max Goldt ganz richtig schrieb.

Donnerstag, 22. November 2007

Bones

Gestern schmerzten mir die Knochen und taten dies bis in die Nacht. Aus zweierlei Gründen empfand ich dies als halb so schlimm. Erstens hätte mein kotzender Nachbar mich ohnehin vom Schlafen abgehalten. Denn er kotzte viel und er kotze oft und füllte so bis vier Uhr morgens Nierenschale um Nierenschale. Nierenschalen! Warum tat er das? Er hätte es sicherlich bis zur Toilette schaffen können! Jedenfalls habe ich mir dann, hellwach wie ich war, folgenden Sinnspruch für Krebspatienten ausgedacht:

Willst du all die Höllenqualen
würdevoller überstehen,
kotzt du nicht in Nierenschalen,
musst du zur Toilette gehen.

Wer mag, darf mir diesen Spruch in ein Tuch sticken. Aber es ging ja um meine Knochen... Also, der zweite Grund, warum ich mich nicht grämte ob der Pein, war der Gedanke, das dieser nicht umsonst war. Bedeutete er doch, dass mein fleißiges Knochenmark schuftete, um viele weiße Blutkörperchen zu produzieren. Et voilà: man mir heute Mittag sagte, bin ich aus dem Zelltief. Da hatte ich (es) im Geiste fast schon gepackt.

Nur dann erfuhr ich, dass meine Thrombozyten blöde Verräterschweine sind. Niedrige Kreaturen. Gut, vielleicht keine Kreaturen. Aber niedrig auf jeden Fall. Zu niedrig, als dass man mich hier herausließe. Das muss sich schnell ändern. Schnell! Das ist keine Bitte, sondern ein Befehl.

Thrombozyten... pff... Allein der Name schon...

Mittwoch, 21. November 2007

Colours

Nehmt einen Pinsel und malt mich an - glücksschweinrosa! Meine Blutwerte steigen! Dies bedeutet, dass ich es bald schon wieder einmal überstanden habe und in die Freiheit eintlassen werde. Wieder nur für ein paar Tage, aber dafür für ein paar Tage gebündelten Glücks.

Auf der anderen Seite, bedeutet dies auch, dass dann der letzte Zyklus ansteht. Und somit auch die gefürchtete Antwort auf die größte Frage von allen näherrückt: Was hat das alles gebracht?

Nehmt einen Pinsel, Leute, und malt mich an.... Welche Farbe hat die Angst?

Dienstag, 20. November 2007

Desillusion Galore

Oh Mann, die heutige "Dr. House"-Folge war ja gar nicht mal so gut... Verdammt...

"Dr. House" schwächelt und ich bin nicht unwiderstehlich. Ich weiß nicht, woran ich noch glauben soll.

Sonntag, 18. November 2007

You can't always get what you want

Gerade musste ich auf die harte Tour lernen, dass ich nicht unwiderstehlich bin. Eine erschütternde Erfahrung. Jetzt hocke ich also vor den Trümmern meines Selbstbildes und denke: "War 'n schönes Selbstbild. Schade eigentlich."

Ob sich da noch etwas kleben lässt? Vielleicht mit etwas Hilfe. Weiblich Interessenten melden sich bitte ... jetzt. :-)

Samstag, 17. November 2007

High Fidelity

Gerade bin ich im Netz auf das Musikmagazin "Finger" gestoßen, dass vorrangig aus Fragebögen zu bestehen scheint, die man mehr oder weniger bekannten Musikern zur Beantwortung vorgelegt hat. Mir Musik-Nerd wird es nun große Freude machen, mich auch einem dieser Bögen zu widmen.

erste Platte, an die du dich erinnerst
"I Just Called To Say I Love You"
von Stevie Wonder. Mein Vater
sprach immer gerne darüber, wie
ich diesen Song damals meiner
Oma aus Amerika lautmalerisch
am Telefon vorgesungen habe.

ein Song, der dich an deine
Schulzeit erinnert
"Bullet With Butterfly Wings" und
noch einiges mehr von den
Smashing Pumpkins. Ich war ein
sehr wütender, trauriger Teenager.
Billy Corgan hat mich verstanden.

eine Platte, zu der du dich
verliebt
hast
"Iris" von den Goo Goo Dolls.
Sie war 15, ich ein Jahr älter und
wie im Rausch. Leider auch ein
tapsiger Vollidiot, weswegen die
Sache dann auch sehr schnell
erledigt war. Heute steht sie
auf Frauen. Ich schätze aber
mal, dass nicht ich, sondern
die Gene dafür verantwortlich
sind.

dein absoluter
Herzensbrecher-Song
"There's A Light That Never Goes
Out" von den Smiths.
Schmerzhafter und schöner geht
es nun wirklich nicht.

erste Platte, die du gekauft
hast
"Tribal Dance " von
2Unlimited. Ich war ganz
enttäuscht, das auf der Maxi-
Single nur mehrfach das gleiche
Lied war. Das erschien mir wie
Betrug. Vom Begriff "Remix"
hatte ich damals noch nicht
gehört.

ein Song der den besten Sommer
deines Lebens wachruft
An den besten Sommer meines
Lebens kann ich mich kaum
erinnern. Aber es wird sehr häufig
"Born Slippy" von Underworld
gelaufen sein. Die Assoziationen,
die nun aufkommen, tun dies
leider völlig zu recht.

deine Trink-Hymne
Puh, soetwas habe ich leider nicht.
Ich kann mich aber entsinnen,
dass die Musik der Band "Beirut"
mich im betrunkenen Zustand
noch mehr flasht, als sie es
ohnehin schon tut. Balkan und
Betrinken - eine gute Mischung.

Platte, die du am längsten
gesucht hast
"Gimme Tha Power" von
Molotov. Seit ich die zweite Hälfte
des Videos bei MTV gesehen hatte,
wartete ich wochenlang darauf,
dass man es noch einmal zeigt.
Als dies nicht geschah, begann
ich sämtliche Plattenläden nach
dem Album zu durchstöbern.
Immer und immer wieder. Ich
hatte erst Jahr später Glück.

ein Song, den du am liebsten
selber geschrieben hättest
Ich versuche in meinen Gedichten
häufig, so eine Element-of-Crime-
Stimmung zu erzeugen. Ich kann
mich aber nicht erinnern, dass
es mir jemals geglückt wäre, jene
lakonisch-betrunkene Atmosphäre
herzustellen, die ich an deren
Songs so liebe. Exemplarisch sei
hier "Weißes Papier" genannt.

ein Song, der deine Freunde
immer an dich erinnern wird
In eitlen Momenten wünsche ich
mir, dass dies der Song
"Comandante" der tollen Locas
In Love sein könnte. Es wäre
zu schön. Na ja. Ist zumindest
eine Motivation, heute schon
an meinem Nachruhm zu
arbeiten.

ein Song, den du also Klingelton
wählen würdest (wenn dazu
gezwungen)
Am besten etwas schönes,
unaufdringliches. Spontan fällt
mir "All I Need" von Air ein.

ein Song, der dich garantiert
depressiv macht
"If You Could Read My Mind"
in der Version von Johnny Cash.
Überhaupt das ganze "American V"-
Album. Es ist derart durchzogen von
Verlust und Todesahnungen, dass
ich es mir kaum anhören kann.

erster Videoclip, an den du dich
erinnerst
"Black Hole Sun" von Soundgarden.
Die schmilzende Barbie-Puppe war
schon geil...

bester Kraftwerk-Song
"Das Model". Ich kenne aber kaum
etwas von denen.

die perfekte Hymne für Zürich
Bitte?

der Song, der an deiner
Beerdigung gespielt werden soll
"Old Nobody" von Blumfeld.




Freitag, 16. November 2007

Sensation! Karl C. Nohm kriegt Platin!

So, hier liege ich nun, völlig abwehrkräftefrei und auch ansonsten ziemlich kraftlos. Den ganzen Tag über lag starrte ich an die Wand und ließ meine Gedanken kreisen. Es war zwar ein großes Nichts, worum sie kreisten; das hielt sie jedoch nicht vom Kreisen ab. Wie Fliegen schwirrten sie durch den Raum.

Fliegen sind übrigens ein Symbol für den Wahnsinn. Deswegen heißt der Fliegenpilz Fliegenpilz. Wer wissen will, warum dem so ist, sollte mal einen essen.

Essen ist auch so ein Thema. Nachdem ich die zwei trockenen (!) Brötchen heute morgen immediately wieder losgeworden bin, habe ich mich den ganzen Tag nicht getraut, irgendetwas zu mir zu nehmen. Bis gerade eben. Und was habe ich gegessen? Bratwurst und Bratkartoffeln. Hi, my name is Karl. Welcome to Jackass. Aber es bleibt bis jetzt drin. Haltet mir die Daumen...

Hätte ich doch lieber Kidney-Bohnen verspeist. Dann hätte ich jetzt einen Super-Übergang zum Thema Nieren. Die kacken nämlich ab. Also, meine. Die können all das Platin (sic!), das durch sie lief nur schwer wieder loswerden. Sicher habe ich jetzt die teuersten Nieren der Welt. Aber: ein Herz aus Gold kann nicht schlagen, eine Niere aus Platin nicht... ähm... filtern. Mit ordentlicher Wässerung sollte das Problem jedoch bald wieder behoben sein.

Apropos Problem: jetzt geht mir gerade der Schwachsinn aus. Das kann auch mit noch so viel Wässerung nicht behoben werden. Mit ein paar besonderen Pillen allerdings schon... Gleich mal nach der Schwester klingeln.

Bis dahin: Gute Nacht da draußen! Wo immer ihr sein mögt...